Neues Album & Video von Waving the Guns

15.01.2019 12:04

Waving the Guns - Das muss eine Demokratie aushalten können

Eine ausverkaufte Stadion-Tour, mehrere Platin-Alben, Merchandise-Verkäufe im Millionenbereich, Features mit Lil Pump, Rihanna und Eros Ramazotti – Waving the Guns sind zurück und haben all das garantiert nicht im Gepäck. Das Rostocker Trio, bestehend aus dem Rapper Milli Dance, sowie den Produzenten Dub Dylan und Dr.Damage, ist allerdings mal wieder bereit, sich vom heimischen Herd an die Brutstätten des Aufruhrs zu begeben. Und ernstzunehmender Aufruhr entsteht meist dort, wo man ihn am wenigsten erwartet. „Für alle, die keinen Wert auf Hits legen“ heißt es bereits im Intro und kurz darauf: „Mir ist egal ob das ein Hit wird/Oder zu sperrig für die Rotation/Ich geb 'nen Fick, wie oft der Clip geklickt wird“

Der übliche Antihaltungs-Pathos könnte man annehmen. Erfolg um jeden Preis? Ohne uns! Das „Problem“ daran: Genau so entstehen im Idealfall echte Gassenhauer. Und das Ergebnis einer solchen, vollkommen ernstgemeinten „Kein Bock auf euren Kommerz-Scheiß“- Haltung liest und hört sich in diesem Fall folgendermaßen: Das neue Album von WTG „Das muss eine Demokratie aushalten können“ ist ein Paradebeispiel für eine relevante Hit-Platte. Auch wenn das der ein oder andere ungern hören oder zugeben möchte. Musikalischer als je zuvor, eine bemerkenswerte Punchlinedichte, funky Soul-Anleihen, Snares, Kicks und Scratches, Melodien für Millionen. Da klatscht der A&R begeistert in die Hände. Was bei anderen Bands nach gängigen Pressetext-Klischees müffelt, ist in diesem Fall ein wahrhaftiges Kompliment: Dieses Album hat das Zeug zum Klassiker.

„Wir haben noch ein paar große Dinger vor in kleinen Hallen“ heißt es da unter anderem. Waving The Guns‘ Label Audiolith hat in den letzten Jahren gezeigt, wie schnell die Hallen wachsen können, ohne dass „die Dinger“ kleiner werden müssen. Und im Fall von „Das muss eine Demokratie aushalten können“ würde es einen nicht wundern, wenn dieses Album ein sogenannter „next step“ für das Trio wird. Gestartet in den Untiefen von Soundcloud, veröffentlichten WTG zwischen 2013 und 2014 die EPs "Schadenfreude" und „Fachkräftemangel“ sowie das Debütalbum „Schlachtrufe WTG“ und erspielte sich rasch ein Live-Publikum. Unter anderem als Support-Act der „Lieblingsband“ jedes Facebook-Wutbürgers, Feine Sahne Fischfilet, sowie eigenständig auf jeder Bühne, die sich wo auch immer bot. Mit "Totschlagargumente" kam dann 2015 das erste Album bei Audiolith und öffnete die ein oder andere Tür für die Band. 2017 erschien mit „Eine Hand bricht die andere“ das nächste Album, gefolgt von einer ausgedehnten und gut besuchten Tour. Regelmäßig folgt ein weiterer Tropfen, der das Fass hoffentlich irgendwann zum Überlaufen bringt.

Es ist 2019, Waving the Gun sitzen erneut im „Denkpanzer“ und kommen auf eure Party gerollt, ganz egal ob im AJZ oder in der Elbphilharmonie. Das Publikum kann um die brennenden Barrikaden tanzen oder mit den Juwelen rasseln, ganz wie es beliebt. Wundert euch nur nicht, wenn danach ein paar Schäden zu beklagen sind und die ein oder andere Goldkette fehlt. Denn, so stellen WTG selber fest, „es hätte so ein schöner Abend werden können, doch irgendjemand hat uns eingeladen“. Absolute Sicherheit gibt es eben nicht. „Das muss eine Demokratie aushalten können“ ist zwar der logische und konsequente, aber dennoch nicht weniger wütende nächste Schritt der Band. Ein Album, welches erwachsen klingt, ohne spießig zu sein. Welches Hit-Potential hat, ohne sich dem Mainstream anzubiedern. Und welches Ohrwürmer liefert, ohne Ohrwurm-Konzept. Beneidenswert!


WAVING THE GUNS LIVE: Es hätte so ein schöner Abend werden können Tour

15.03.2019 Hamburg – Rote Flora
16.03.2019 Flensburg – Volksbad
17.03.2019 Bremen – Tower
23.03.2019 Dresden – Chemiefabrik
12.04.2019 Köln – Artheater
13.04.2019 Karlsruhe – Substage
04.05.2019 Rostock – Peter-Weiss-Haus
11.05.2019 Berlin – Festsaal Kreuzberg
17.05.2019 Hannover – Faust
18.05.2019 Wiesbaden – Schlachthof

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