Waving the Guns - Eine Hand bricht die andere LP Vinyl 12"

Artikelnummer: AL256-02

Eine Hand bricht die andere LP Vinyl 12"

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Beschreibung


Interpret: Waving the Guns
Titel: Eine Hand bricht die andere
VÖ: 27.01.2017
Katalognr: AL256
Format: 12" Vinyl (inkl. Downloadcode) / 2CD / digital
Label: Audiolith
Vetrieb: Broken Silence / finetunes.net

Waving the Guns - Eine Hand bricht die andere

A1 Intro
A2 Endlich wird wieder getreten
A3 An einem Strang
A4 Kornflasche
A5 Zapfhahn
A6 Open Mic
A7 Mülltonne

B1 Abwasserkanal
B2 Identifikationsfigur
B3 Es war nicht alles schlecht
B4 Überlegen
B5 Schloss und Riegel
B6 WTG für Alle

Gesamtlänge: 48 Min.

Waving the Guns, das ist Rap aus Rostock. Rap, das ist amüsante Nabelschau und 'Halt deine Schnauze wenn du mit mir redest'. Rostock, das ist eine Stadt am Hafen. So weit so klar. Im Idealfall ist Rap aber auch Systemkritik, Reflexion, Eloquenz, Sprachwitz, Sarkasmus und der Aufruf zum Aufstand. Milli Dance & Admiral Adonis, die beiden Rapper der Crew, formulieren das Ganze auf ihrer am 27.01.2017 erscheinenden Platte "Eine Hand bricht die andere" folgendermaßen: "Das hier ist kein Aktivismus/Rap ist Egoismus" Word! Hier wird sichtbar was die Journaille von Springer bis Konkret schon lange vermutet hatte: WTG sind gar keine radikalen Steineschmeißer, alles nur Show. Die Masken, lediglich Marketing-Tool. Die sprachliche Revolte, lediglich Floskeln. Die Militanz und der Fickfinger für das Spießbürgertum und die Sauercrowd, nur Fassade einer Jugend, die vorgibt an Bushaltestellen zu hängen. In Wirklichkeit aber schlemmt man längst Austern und Kaviar. Der Ausverkauf klopft an, es gibt jetzt sogar einen richtigen Pressetext!

Alles Quatsch natürlich. Denn: "Guter Rap gedeiht im Dreck". So formulierte es einst eine lebende Legende, die es wissen muss. Waving the Guns begannen damit, ihre Musik in Eigenregie gratis auf Soundcloud zu veröffentlichen. Mehr Dreck geht kaum. Könnt ihr alle Musiker fragen die immer noch auf Soundcloud hängen. So entstanden zwischen 2013 und 2014 die EPs "Schadenfreude", "Fachkräftemangel" und "Schlachtrufe" und die Band erspielte sich relativ schnell ein Publikum. 2015 folgte dann das Feature auf Feine Sahne Fischfilet's "Wut" sowie eine Tour als Support-Act der Pfeffi-resistenten Punkband. Spätestens jetzt bekam der geneigte Hörer mit, was da im Untergrund schlummert. Folgerichtig entstand im gleichen Jahr das erste richtige Album "Totschlagargumente", welches über Audiolith erschien. Wenn guter Rap also Dreck ist, dann muss man leider Folgendes feststellen: Dreck reinigt zwar den Magen, aber satt macht er trotzdem nicht. Dafür braucht es auch noch "Brainfood", wie man in unseren elitären Musiknerd-Kreisen gerne sagt. Bei WTG wächst zusammen was zusammen gehört. Dreck und Köpfchen und alles andere. Nur Deutschland nicht. "Für Erfolg ist dir alles recht/Scheiß auf Haltung oder Meinung/In der DDR war nicht alles schlecht/Das unterscheidet sie von deinem Album"

Mit ihrem neuen Album führen WTG fort, was sie vor wenigen Jahren erst begannen. Jede Menge Samples, oldschoollastige Beats (dafür verantwortlich die beiden Mitglieder Dub Dylan und Dr.Damage aka 4D Instrumentals), sowie ein selten gewordenes Gefühl für Sprache, gnadenlose Übertreibung und pointierte Zwischentöne. Die musikalische Bandbreite ist deutlich erweitert worden, auch wenn sie das selber nie zugeben würden (Sellout!). Also sprecht sie lieber nicht drauf an, denn eine gewisse Punk-Attitüde lässt sich nicht leugnen. Oi! Die erste Single-Auskopplung der aktuellen Platte, "Endlich wird wieder getreten" (nicht zu verwechseln mit der Feststellung eines anderen Rostocker Rappers "Endlich wird wieder gekifft"), behandelt konsequenterweise all die Themen die WTG und jeden Menschen der mit offenen Augen durch die Welt geht, so beschäftigen, ohne den oftmals nervtötenden Zeigefinger aus der verpopelten Nase zu holen. "Wer ist dieser Gott? Es geschehe unser Wille" fragen Sie und machen damit klar: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass Waving the Guns die Waffen strecken. Es hat ja gerade erst begonnen. Und ab Januar stellen sie das dann auch wieder Live unter Beweis. (Text: Juri Sternburg)


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